«Man sieht nur mit dem Herzen gut; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar».
Das bekannte Zitat aus «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint-Exupéry spricht die Grenzen unserer oberflächlichen Wahrnehmung an. Dabei bezieht sich die Aussage auf das Herz, dass in Verbindung mit sozialen Gefühlen, Intuition, Einfühlungsvermögen und einem inneren, spirituellen Verständnis steht und sich nicht auf rein intellektuellem Weg aneignen lässt.
Schon lange ist bekannt, dass zu viel Stress, zu viele Gedanken, ständige äussere Reize und Ablenkungen unsere sozialen Fähigkeiten wie Mitgefühl und Selbstmitgefühl, einschränken. Genau diese Fähigkeiten sind aber massgeblich an tragfähigen Beziehungen beteiligt.
Empirische Studien zeigen, dass die sozialen Fähigkeiten (Herzqualität), durch Selbsterfahrung, Körper— und Atemarbeit, meditative Praxis und bewusste Persönlichkeitsentwicklung häufig nachhaltiger gestärkt werden als durch rein kognitives Methodenlernen.
Carl Rogers lehrte bereits an der Beziehungsfähigkeit zu arbeiten, mit dem Fokus mehr sich selbst zu sein. Zum Beispiel, durch differenziertes Wahrnehmen unseres inneren Erlebens und durch empathisches Präsentsein für sich selbst und andere.
In diesem Workshop wird deshalb ein besonderer Fokus auf das Erleben und Üben von Achtsamkeit, Mitgefühl und Selbstmitgefühl gelegt. Zum Einsatz kommen ausgewählte achtsamkeitsbasierte Interventionen, stille und aktive Meditationen, Übungen aus Yoga, Atem— und Körpertherapie, Bioenergetik und Herzarbeit. In diesen Rahmen eingebettet, widmen wir uns auch dem «Vertieften Atmen». Diese Form der Atemarbeit kann — achtsam und professionell angewandt — einen kraftvollen Erfahrungsraum eröffnen, in dem sich unter anderem die Beziehungsfähigkeit zu sich selbst und nach aussen erweitert.
Das nötige Hintergrundwissen wird in der Gruppe vermittelt und ausgetauscht.
Hintergrund: die Technik des «Vertieften Atmens» ist sehr alt und wurde in unterschiedlichen Kulturen, Heiltraditionen und Therapieformen auf vielfältige Weise genutzt. In den letzten Jahrzehnten wurde sie unter anderem bekannt durch das Holotrope Atmen nach Stanislav Grof, Rebirthing nach Leonard Orr oder den Verbundenen Atem nach Rüdiger Dahlke. In jüngerer Zeit wird das «Vertiefte Atmen» unter dem Begriff Breathwork. teils auch ausserhalb professioneller, therapeutischer Kontexte angeboten. Dies hat in therapeutischen Fachkreisen verständlicherweise zu Skepsis geführt. Achtsam und fachkundig angewandt kann das «Vertiefte Atmen» jedoch eine wertvolle Ergänzung darstellen, unter anderem zur Förderung von vertiefter Selbstwahrnehmung, erhöhter Affekttoleranz, emotionaler Öffnung und Verbundenheit, zur Lösung tiefliegender emotionaler und muskulärer Spannungen sowie zur Stärkung von Vertrauen, Selbstwirksamkeit und innerer Weite.
Inhalt, Konzept und Durchführung dieses Workshops basieren auf über 30 Jahren Erfahrung in Medizin, Schulung, therapeutischer und spiritueller Arbeit.
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