Unsere Gesellschaft ist erschöpft – und gleichzeitig darauf ausgerichtet, weiter zu funktionieren. Burnout gilt längst nicht mehr nur als Folge von Arbeitsstress, sondern zunehmend als Spiegel moderner Leistungskultur: Selbstoptimierung, Daueranspannung und Identitätsdruck prägen den Alltag vieler Menschen. Erschöpfung wird gesellschaftsfähig – oft gerade bei jenen, die besonders leistungsfähig, engagiert und angepasst erscheinen.
Kaum ein psychisches Phänomen wird zugleich medial, gesellschaftlich und wissenschaftlich so kontrovers diskutiert wie Burnout. Zwischen «Modediagnose» und ernstzunehmender stressassoziierter Erkrankung bestehen bis heute unterschiedliche Auffassungen über Ursachen, Definition, Diagnostik und Behandlung. Dabei greift die isolierte Betrachtung von Arbeitsstress ebenso zu kurz wie die vorschnelle Gleichsetzung von Burnout und Depression.
Das Seminar vermittelt ein differenziertes, multidimensionales Verständnis von Burnout im Spannungsfeld von Persönlichkeit, Selbstwertregulation, inneren Antreibern und gesellschaftlichen Erwartungen. Aus Sicht der KZPT IKP werden aktuelle Erklärungsansätze, Symptome, Verlauf, Diagnostik sowie multimodale therapeutische und präventive Ansätze praxisnah erarbeitet.
Anhand von Fallbeispielen, Selbsterfahrung und fachlichem Austausch vertiefen die Teilnehmenden Themen wie Stress und Erschöpfung, emotionale Entfremdung, dysfunktionale Glaubenssätze sowie die Frage: Wer bin ich, wenn Leistung zur Identität wird?
Ziele des Seminars
• Entwicklung eines differenzierten, multidimensionalen Burnout-Verständnisses
• Kritische Auseinandersetzung mit Burnout als Spiegel moderner Leistungskultur
• Differenzierung von Burnout und Depression
• Reflexion von Selbstoptimierung, Selbstwert und inneren Antreibern
• Kennenlernen multimodaler therapeutischer und präventiver Ansätze
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