Krisen führen häufig zu starken emotionalen Reaktionen wie Angst, Verzweiflung oder Hilflosigkeit, zu destruktiven Gedanken wie «Ich schaffe das niemals» oder «Ich werde versagen» sowie zu ungünstigen Verhaltensmustern wie Vermeidung oder Blockaden. In besonders belastenden Verläufen können sich solche Krisen bis hin zu suizidalen Gedanken, suizidalen Krisen oder akuter Selbstgefährdung zuspitzen. Damit verändern sie unser ganzes Sein – im Denken, Fühlen und Handeln.
Dieses Seminar setzt sich mit Krisen im Lebensalltag und in der psychologischen Praxis auseinander, um diese ganzheitlich zu verstehen, professionell zu begleiten und differenziert einzuordnen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Suizidalität als klinisch und beraterisch zentrale Krisenform: von ersten Suizidgedanken über Ambivalenzprozesse bis hin zu akuten suizidalen Notlagen. Dabei werden Risiko— und Schutzfaktoren, Warnsignale sowie Möglichkeiten der strukturierten Einschätzung suizidaler Gefährdung praxisnah vermittelt.
Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit suizidalen Krisen zu gewinnen, angemessene Interventionen einzusetzen und eine tragfähige professionelle Haltung zwischen empathischer Präsenz, klarer Struktur und Verantwortungsübernahme zu entwickeln. Ebenso wird die präventive Perspektive betont: Wie können Krisen früh erkannt, eskalierende Verläufe unterbrochen und Ressourcen gezielt gestärkt werden?
Das Seminar vermittelt konkrete Interventionsmöglichkeiten in der Krisen— und Suizidprävention und lädt dazu ein, Krisen nicht nur als Belastung, sondern auch als potenziellen Wendepunkt für Entwicklung, Selbstreflexion und Veränderung zu verstehen.
Hinweis: Dieses Seminar richtet sich an Interessierte mit psychotherapeutischer Selbsterfahrung und an Berufstätige im psychosozialen Bereich.
Seminardauer: 18 Std. (16 Std. Unterricht und 2 Std. Selbststudium)
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